»Bienen – Stoppt den Bienenvölkermord«

21.05.2017 - 29.01.2018
- Museumshof/Heimatmuseum

Sonntagmorgen, ein knuspriges, warmes Brötchen, Butter und als Krönung: goldgelber, süßer Honig. Diese Köstlichkeit verdanken wir den Honigbienen, die zu Millionen Tag für Tag durch Wiesen, Wälder und Felder summen und Pflanzensäfte sammeln. Natürlich ist der sprichwörtliche Bienenfleiß nicht dazu da, den Menschen mit Leckereien zu versorgen. Das alleine wäre aber schon Grund genug, pfleglich mit den Bienen umzugehen.

21.05.2017 18:00 Uhr Vernissage »Bienen – Stoppt den Bienenvölkermord«

Es gibt einen sehr gewichtigen Grund, Bienen unter Schutz zu stellen: Sie sorgen für die Befruchtung von Nutz- und Wildpflanzen – sie tragen in ihrem dicken Pelz Blütenstaub von einer Blüte zur nächsten – ohne die keine Früchte wachsen würden. Welch‘ wichtige Rolle der Biene zukommt, weiß der Deutsche Imkerbund e.V.: »Rund 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstanbau hängen in Deutschland von der Bestäubung der Honigbiene ab«. Was also, wenn die Bienenpopulationen abnehmen, wenn Honigbienen sterben? Die Folgen wären verheerend. Und leider ist diese Vorstellung schon lange keine Fiktion mehr, das Bienensterben hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen und die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen vom Einsatz von Insektiziden, dem Anbau von Monokulturen in den Agrarlandschaften über die Verbreitung der, für Bienen gefährlichen, Varroamilbe bis hin zum Klimawandel, Überzüchtung und regelrechten Giftcocktails, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Die Ausstellung »Stoppt den Bienenvölkermord« mit Fotos von Jan-Michael Hosan auf dem Museumshof Zingst ist ein Aufruf, sich eben jener Zusammenhänge bewusst zu werden. Sie soll aufrütteln, sie soll ein Umdenken in Gang setzen, sie soll aber vor allem auch eines sein: Eine Verbeugung vor der Honigbiene. Begleitend zu den Fotografien wird die Ausstellung richtig mit Leben erfüllt. Im Garten des Museumshofes Zingst finden Bienenstöcke Aufstellung. Besuchern bietet sich so ein in jeder Hinsicht intensives Erlebnis.

Sunday morning, a crisp bread roll, butter and, to crown it all, some sweet golden honey. We owe this tasty treat to the humble honey bee – to the millions of bees that, day after day, buzz around in our meadows, forests and fields, collecting pollen from the flowers. Of course, the saying ‘busy as a bee’ does not imply that their sole purpose is to provide humans with such a delicacy. If it was, it would already be reason enough to treat them carefully.

However, there are other, significantly more important reasons to do so: by transferring pollen from one flower to the next in hairy receptacles on their hind legs, bees are responsible for the fertilization of crops as well as wild plants. Without this process, no fruit would grow. The German Association of Apiarists knows how important the role of bees is. »About 85% of the output resulting from plant and fruit growing in Germany is dependent on pollination by honey bees.« So what happens when the bee population declines, when honey bees die out? Unfortunately, this possibility is no longer a fairytale. Bee extinction has been increasing at high speed over recent years, and the reasons are manifold. They range from the use of pesticides, mono agriculture, and the spread of the varroa mite, which is dangerous for bees, to the frequent mowing of roadside vegetation, climate change, overbreeding and the poisonous cocktails often applied in agriculture. The »Stoppt den Bienenvölkermord« (Stop the Bee Genocide) exhibition with photos by Jan-Michael Hosan at the Museumshof (museum courtyard) in Zingst, is a call to become aware of the correlations. It aims to shake things up, to provoke a new way of thinking; but it is, above all, a homage to the honey bee. Something really lively will also accompany the photo exhibition: beehives will be on display in the garden of the museum courtyard, offering visitors an intense experiences in every sense.